Bio kaufen: schützt das wirklich vor Krebs?
Die Frage, ob es sich lohnt, beim Einkaufen tiefer in die Tasche zu greifen und zu Bio-Produkten zu greifen, beschäftigt viele von uns. Gesünder soll es sein, das sagen zumindest die bunten Aufkleber auf den Gemüsekisten. Aber steckt da auch wirklich was dahinter, gerade wenn es um so ein ernstes Thema wie Krebs geht?
Pestizide: unsichtbar, aber allgegenwärtig
Was die meisten nicht wissen: Pestizide lassen sich im Blut und Urin von über 90 % der Bevölkerung nachweisen, egal ob jemand auf dem Land oder in der Stadt lebt, egal ob er auf einem Bauernhof arbeitet oder im Büro. Das klingt erst mal erschreckend, aber die entscheidende Frage ist: Woher kommt das? Und schadet es uns wirklich?
Die Antwort auf das Woher ist ziemlich eindeutig: Es kommt vom Essen. Das zeigen Studien, in denen Menschen abwechselnd konventionelle und Bio-Lebensmittel gegessen haben. Die Pestizid-Konzentrationen im Urin ließen sich damit fast wie ein Lichtschalter an- und ausknipsen. Wer Bio aß, hatte deutlich weniger davon im Körper.
Ob diese Rückstände auf konventionell angebautem Gemüse und Obst uns langfristig schaden, ist wissenschaftlich bisher nicht abschließend geklärt. Aber es gibt inzwischen Hinweise, die nachdenklich machen.
Eine große Studie mit überraschenden Ergebnissen
Eine französische Studie mit fast 70.000 Teilnehmenden, die sogenannte NutriNet-Santé-Studie, hat sich erstmals systematisch angeschaut, ob häufiger Bio-Konsum mit dem Krebsrisiko zusammenhängt. Das Ergebnis: Menschen, die am häufigsten zu Bio-Produkten griffen, hatten ein rund 25 % geringeres Risiko, an Krebs zu erkranken und das, nachdem die Forscher eine ganze Reihe anderer Faktoren herausgerechnet hatten.
Denn natürlich könnte man einwenden: Wer Bio kauft, ist vielleicht generell gesundheitsbewusster. Isst mehr Obst und Gemüse. Raucht weniger. Treibt mehr Sport. Ist schlanker oder wohlhabender. All das haben die Wissenschaftler berücksichtigt und der Effekt blieb trotzdem bestehen. Auch der Bildungsgrad, das Einkommen und das allgemeine Ernährungsverhalten wurden einbezogen. Das Ergebnis hat sich nicht weggerechnet.
Besonders auffällig war die Reduzierung beim Non-Hodgkin-Lymphom, einer Krebsart, bei der schon länger ein Zusammenhang mit Pestizidbelastung diskutiert wird.
Aber, es gibt immer ein Aber
Eine andere große britische Studie hat hingegen keinen generellen Unterschied beim Krebsrisiko zwischen Bio- und Nicht-Bio-Essern gefunden. Nur beim Non-Hodgkin-Lymphom zeigte sich auch hier ein leicht günstigerer Trend bei Bio-Konsumentinnen und -Konsumenten. Interessanterweise gab es in dieser Studie sogar eine etwas höhere Brustkrebsdiagnose-Rate bei Frauen, die häufig Bio kauften, was aber möglicherweise damit zusammenhängt, dass diese Frauen häufiger zur Vorsorge gehen und dadurch Erkrankungen öfter entdeckt werden. Wir wissen es schlicht nicht.
Was bedeutet das für den Alltag?
Die Datenlage ist nicht perfekt, das ist sie in der Ernährungswissenschaft selten. Aber die Hinweise sind interessant genug, um sie ernst zu nehmen. Wer nicht für alles den Bio-Aufpreis zahlen möchte oder kann, sollte zumindest bei den sogenannten Dirty Dozen – also den Lebensmitteln mit besonders hohen Pestizidrückständen wie Erdbeeren, Spinat, Paprika oder Äpfel – öfter zur Bio-Variante greifen.
Unabhängig davon gilt: Mehr Obst und Gemüse essen, ob Bio oder konventionell, ist in jedem Fall besser als weniger. Wer sich das leisten kann und möchte, für den spricht nach aktuellem Kenntnisstand durchaus einiges dafür, häufiger zu Bio zu greifen. Nicht als Wundermittel, aber als ein sinnvoller Baustein in einem insgesamt gesunden Lebensstil.
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