Pflaumen: Die natürliche Antwort auf Verstopfung
Über Verdauungsprobleme spricht man nicht gern, weder beim Arzt noch beim Abendessen. Dabei ist Verstopfung ein weit verbreitetes Problem: Allein in den USA sind jedes Jahr drei Millionen Arztbesuche und 800.000 Notaufnahme-Besuche auf Verstopfung zurückzuführen. Je nachdem, wie man das Problem definiert, könnten bis zu 80 % der Bevölkerung betroffen sein, viele ohne es überhaupt zu wissen.
Tatsächlich berichten rund ein Viertel scheinbar gesunder Menschen über das Gefühl einer unvollständigen Entleerung, und etwa die Hälfte gibt an, regelmäßig stark pressen zu müssen. In schwerwiegenden Fällen kann der damit verbundene Blutdruckanstieg sogar Herzinfarkte oder Schlaganfälle auslösen.
Medikamente? Lieber nicht als erste Lösung!
Natürlich gibt es Medikamente gegen Verstopfung, aber sie gehen häufig mit unangenehmen Nebenwirkungen einher: Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen. Viele Betroffene sind damit unzufrieden. Warum also nicht besser die Ursachen behandeln?
Zu den häufigsten Auslösern chronischer Verstopfung gehören:
Zu wenig Ballaststoffe (zu wenige pflanzliche Lebensmittel)
Zu wenig Flüssigkeit
Zu wenig Bewegung
Die gute Nachricht: Mit einfachen Änderungen im Alltag lässt sich viel erreichen. Schon 30 Minuten Bewegung täglich und laut einer Meta-Analyse ca. 140 Minuten Ausdauersport pro Woche, helfen nachweislich. Dazu eine Ernährung reich an vollwertigen Pflanzenkost, die einzige natürliche, konzentrierte Ballaststoffquelle.
Getrocknete Pflaumen, das unterschätzte Hausmittel
Kommen wir zum heimlichen Star dieses Artikels: der Dörrpflaume.
In einer Studie mit älteren Frauen, die an starker Verstopfung litten, zeigte sich bereits nach einer Woche eine deutliche Verbesserung, nachdem sie täglich etwa 12 Dörrpflaumen gegessen hatten. Aber wie robust ist diese Evidenz?
Eine besser kontrollierte Studie untersuchte das genauer: Teilnehmer wurden in drei Gruppen aufgeteilt: 8 Pflaumen + viel Wasser, 12 Pflaumen + Wasser oder nur Wasser. Das Ergebnis war eindeutig: Beide Pflaumengruppen zeigten eine signifikante Verbesserung in der Stuhlmenge und der Häufigkeit des Stuhlgangs, ohne wesentlichen Unterschied zwischen 8 und 12 Pflaumen.
👉 Fazit: 8 Dörrpflaumen pro Tag scheinen ausreichend.
Noch beeindruckender: Dörrpflaumen schnitten in Studien sogar besser als Psylliumhusk (Flohsamenschalen, bekannt als Metamucil) ab, sowohl bei der Stuhlhäufigkeit als auch bei der Konsistenz.
Warum wirken Pflaumen so gut?
Lange glaubte man, es läge allein am hohen Ballaststoffgehalt. Doch auch Pflaumensaft, bei dem die Ballaststoffe weitgehend entfernt sind, wirkt abführend. Das deutet auf weitere aktive Inhaltsstoffe hin, wie zum Beispiel:
Sorbitol, ein natürlicher Zuckeralkohol, der auch in zuckerfreien Kaugummis vorkommt
Andere noch nicht vollständig erforschte Pflanzenstoffe
Wichtig: Ab etwa 12 großen Pflaumen täglich kann die Sorbitolmenge bei empfindlichen Menschen laxative Wirkung entfalten, also lieber mit moderaten Mengen starten.
Und wenn du keine Verstopfung hast: Kein Problem! Studien zeigen, dass die meisten Menschen problemlos eine handvoll Pflaumen täglich essen können, ohne Durchfall oder andere Beschwerden zu bekommen.
Feigen, eine Alternative?
Feigen haben eine lange Geschichte als Heilpflanze, sie werden sogar in der Bibel erwähnt. Aber wie gut helfen sie bei Verstopfung?
Eine Studie mit Patienten mit Reizdarmsyndrom (Verstopfungstyp) zeigte: Zwei Feigen täglich verbesserten die Stuhlfrequenz und reduzierten harte Stühle, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die ihre Ernährung gar nicht veränderte. Aber hier liegt das Problem: Beim Reizdarmsyndrom ist der Placeboeffekt enorm (bis zu 72 % in manchen Studien!).
Eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit einem täuschend echt aussehenden Feigenpastenplacebo zeigte dann: Echte Feigen (ca. 6 pro Tag) beschleunigten die Darmpassage um ganze 24 Stunden. Die Stuhlhäufigkeit verbesserte sich jedoch nicht signifikant gegenüber Placebo.
Ergebnis: Feigen können helfen, aber die Beweislage ist schwächer als bei Pflaumen. Dörrpflaumen bleiben die bessere Wahl als natürliches Mittel gegen Verstopfung.
Fazit
Wenn du häufig unter Verstopfung leidest, lohnt es sich, vor dem Griff zur Apotheke erstmal die Küche zu durchsuchen:
✅ Täglich 8 Dörrpflaumen essen, am besten mit einem großen Glas Wasser
✅ Ausreichend trinken, mindestens 1,5–2 Liter täglich
✅ Mehr Bewegung, 30 Minuten täglich, am besten an die frische Luft
✅ Vollwertige Pflanzenkost in den Alltag integrieren
So simpel kann gesunde Verdauung sein!
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